Von Elke Landschoof, 07.02.10, 16:48h
„Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viel verkaufen“, sagt Heinrich Hölzl zufrieden. Donnerstags hatten er und viele Helfer begonnen, die Sachen auszuzeichnen. „Das war schon ein komisches Gefühl, die privaten Sachen aus den Schränken zu holen“, erklärt er. Der Leiter der Stiftung „Die Gute Hand“ war mit dem 2008 verstorbenen Künstler und Heimatforscher gut befreundet. Hölzl deutet auf die Terrasse mit dem Außenkamin. „Dort haben wir oft gesessen“, sagt er. Toenniges hat ihn zu seinem Nachlassverwalter bestimmt. Das gesamte Vermögen des gebürtigen Schlesiers soll in eine Stiftung eingehen und dem Kinderdorf zu Gute kommen.
In der Essecke stehen auf einem Tisch ein paar Weinflaschen. „Der Rotwein ist sehr gut weggegangen“, erzählt Annie Taubner. Auch das Kaffeegeschirr habe sie morgens schon verkauft. Vor allem viele Gebrauchsgegenstände hätten neue Besitzer gefunden. Zum Beispiel ein Schuhputzhocker. „Mein Mann suchte noch einen Parkplatz, als ich ihn entdeckt habe“, erzählt Elisabeth von Ostau. Das war morgens. Jetzt ist das Paar zum zweiten Mal da. „Wir haben zu Hause gemerkt, dass wir eine Tüte vergessen hatten“, so die Bergisch Gladbacherin. Macht nichts, dann fahren wir noch mal hin, habe daraufhin ihr Mann sofort gesagt. Unter ihrem Arm hält Elisabeth von Ostau mehrere Bücher. Auch beim zweiten Besuch verlässt sie das Haus nicht mit leere Händen.
Im Schlafzimmer ist Weihnachtsdekoration auf dem Bett ausgebreitet. Ein kleiner Teppich liegt auf dem Boden. „Das ist echte Seide“, erklärt Maria Schätzmüller-Lukas, eine der Helferinnen. Die anderen Teppiche seien alle schon verkauft. „Viele Stücke gehen weit unter ihrem Wert weg“, weiß eine der Helferinnen zu berichten. Ein Auktionator war vorher in dem Einfamilienhaus und hat viele Teile geschätzt.
Einige Regale des Bücherschranks im ersten Stock sind leer, auf anderen klaffen große Lücken. „Das ist mittlerweile ganz schön leergefegt“, sagt Maria Schätzmüller Lukas. Auch der nächste Raum, das Arbeitszimmer, sieht fast leer aus. In der Ecke steht ein Stehpult. „Das ist nicht verkäuflich“, erklärt Schätzmüller-Lukas. Es soll im Stiftungsraum der Guten Hand aufgestellt werden, das habe Toenniges festgelegt. Zu haben ist aber noch der antike Sekretär. „Wir alle lieben ihn, aber letztendlich hat keiner von uns Platz dafür“, so die Helferin.
Einiges ist noch übrig geblieben. Rosenthal-Vasen, Sessel, Sofas, eine Vitrine und vieles mehr. „Wer Interesse hat, kann gerne anrufen“, so der Nachlassverwalter. In 14 Tagen muss das Haus leer sein. Hölzl: „Hier zieht dann eine junge Familie ein.“
Auskunft zum Nachlass von Franz Toenniges unter 02207 708 27 oder 02207 708 46.
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